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Die Erkältungszeit ist wieder da – „Hurra!“. Es ist bemerkenswert, wie schnell manchmal so ein blöder Virus erfolgreich zuschlagen kann.

Die Ärztezeitung hat aufgrund des saisonalen Anlasses in ihrer Ausgabe vom 08. November noch einmal die besten präventiven Methoden herausgestellt:

 

  1. Händewaschen mit Seife mehrmals täglich
  2. regelmäßig und ausreichend schlafen
  3. Bewegung an der frischen Luft
  4. Saunagänge und Wechselduschen
  5. Supplementierung von Vitaminen und Spurenelementen
Der Zaubertrank 4.0 hilft bei Erkältungsviren.

Diese Maßnahmen tragen dazu bei, das Immunsystem zu stärken. Insbesondere spielt hier der Schlaf eine wichtige Rolle: weniger als 6 und mehr als 9 Stunden pro Tag schwächen die Abwehrkräfte. Und diejenigen, die es schaffen an 5 Tagen in der Woche ein sportliches Training an der frischen Luft zu absolvieren, kommen durchschnittlich auf nur halb soviele Erkältungstage wie die Bewegungsmuffel. Dies ergab eine Studie mit 1000 Probanden in den USA.

Vitamine zusätzlich?

Besonders viele setzen auf bestimmte Vitamine in der Erkältungszeit. Werfen wir einen kurzen (und nicht vollständigen Blick) auf die beiden Klassiker:

Während Zink scheinbar tatsächlich die Erkältungszeit verringern kann, driften die Studienergebnisse in Sachen Vitamin C doch weit auseinander: Menschen mit hoher Belastung (physisch/ psychisch) können durch die Einnahme dieses Vitamins (mehr als 200 mg/Tag) einen Erkältungsschutz aufbauen, ansonsten gesunden Menschen können sich nicht im besonderen Umfang durch das C-Vitamin schützen. Sehr hohe Dosen können die Erkältungszeit verkürzen, jedoch sollte man hier auch die Nebenwirkungen des Vitamins (allergische Reaktion, Bildung von Nierensteinen) nicht aus den Augen verlieren.

Bitte beachten: Die Dosierung eines Supplements sollte immer mit einem Fachmann/ einer Fachfrau abgesprochen werden – und diese Fachkraft arbeitet nicht bei Rossmann, DM, Budnikowsy oder Lidl. Auch Dr. Google sollte nicht um Rat gefragt werden. Der richtige Ansprechpartner hat eine medizinische Ausbildung oder mindestens eine pharmazeutische. Ich denke an Ärzte und Apotheker. Vorsicht jedoch bei letzterem, denn dieser ist auch Kaufmann und hat deshalb ein großes Interesse daran, seine Produkte zu verkaufen. Den eigenen Vitaminstatus ermittelt man derzeit immer noch über einen Bluttest beim Hausarzt und mit Blick auf bestimmte Vitamine ist diese Leistung eine IGeL, also eine individuelle Gesundheitsleistung, die aus eigener Tasche zu bezahlen ist, die Preise sind unterschiedlich. Für meinen Vitamin D3-Test habe ich in diesem Jahr 30 EUR bezahlt.

Aber was fehlt in der Auflistung der Ärztezeitung? Die Hausmittel!

Diejenigen, die mich schon länger kennen, wissen, dass ich seit Jahren einen sog. „Zaubertrank“ nahezu täglich trinke. Und Tatsache ist, dass meine Erkältungen sich deutlich reduziert haben. Ja klar, sehr wahrscheinlich trägt mein insgesamt veränderter Lebensstil auch dazu bei. Doch bin ich überzeugt davon, dass eben jener Zaubertrank nicht ganz unbedeutend ist. Und so magisch wie er wirkt, so profan sind seine Zutaten:

  1. ein daumengroßes Stück frischer Ingwer, kleingeschnitten
  2. Saft einer frischen Zitrone
  3. Honig
  4. 40 Grad heißes Wasser

Alle Zutaten werden zusammengegeben und mit dem Wasser übergossen. Wichtig ist, dass das Wasser nicht heißer als 40 Grad ist, andernfalls werden die Inhaltsstoffe zerstört.

Ja, was wirkt denn da?

Werfen wir einen Blick auf die Zutaten: Ingwer hat mit seinen sog. Scharfstoffen ähnliche Wirkung wie die aus dem Aspirin bekannte Acetylsalicylsäure – Schmerzlinderung, Entzündungseindämmung. Aufgrund seiner arzneistoffartigen Wirkweise sollte immer beachtet werden, dass Ingwer mit anderen Medikamenten in Wechselwirkung treten kann. Zitrone ist ein Vitamin C-Powerpaket und Honig hat antibakterielle, antiseptische sowie antivirale Eigenschaften. Mittlerweile wird Honig sogar in der medizinischen Wundheilung eingesetzt. Der Medihoney ist seit 2005 als Medizinprodukt zugelassen.

Und warum nun der Zaubertrank 4.0? Was ist anders?

Einfache Frage, einfache Antwort! Ich habe mich in letzter Zeit intensiv mit dem Gewürz Kurkuma beschäftigt, das im Ayurveda seit 4000 Jahren zum Einsatz kommt. Die Knolle mit ihrem quietschorangefarbenem Innenleben, die nicht scharf ist wie der Ingwer, sondern eher würzig, enthält bis zu 5% ätherische Öle, die entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral und antioxidativ wirken. Nebenbei liefert Kurkuma Vitamin C, Kupfer, Zink und Magnesium. Deshalb habe ich den Zaubertrank fortentwickelt. Für 4.0 werden also zusätzlich zu den o.g. Zutaten benötigt:

  1. 1-3 Gramm frische Kurkuma-Wurzel oder getrocknetes Pulver (Achtung, die frische Knolle färbt mächtig! Unbedingt Handschuhe tragen!)
  2. eine Prise frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer
  3. einen TL Kokosöl

Ganz am Ende dieses Beitrags stelle ich übriges die beiden, im Artikel erwähnten Knollen – Ingwer und Kurkuma – bildlich gegenüber.

Warum der Pfeffer, warum Öl?

Das im Kurkuma enthaltene Curcumin kann vom Körper besser aufgenommen werden, wenn gleichzeitig Piperin konsumiert wird – und jenes ist im Pfeffer enthalten. Auch Öl trägt zur verbesserten Aufnahme bei, da Curcumin nicht wasserlöslich ist. Ich persönlich finde das Öl im Zaubertrank gewöhnungsbedürftig. In der sog. „Golden Milk“ – Rezept siehe unten – passt es dagegen besser.

Goldene Milch/ Golden Milk

  1. Rezeptteil: Herstellung der Kurkuma-Paste

Aus einer Viertel Tasse gemahlenem Kurkuma und einer halben Tasse Wasser wird bei mittlerer Hitze für einige Minuten eine Paste gerührt. Die Mischung wird schnell pastenartig, deshalb unbedingt immer weiter rühren und ggfs. noch etwas Wasser zugeben. Diese Paste kann man, in ein verschließbares Glas (nicht Plastik) gefüllt, 2 bis 3 Wochen im Kühlschrank aufbewahren.

  1. Rezeptteil: Goldene Milch/ Golden Milk
  • 1 Tasse Getreidemilch (Dinkel, Hafer, Soja)
  • 1 TL Kurkumapaste
  • 1 TL Kokosöl
  • 1 gute Prise frisch gemahlenen, schwarzen Pfeffer
  • Honig nach Belieben
  • ggfs. etwas Wasser zum Verdünnen

Die Getreidemilch mit der Kurkumapaste kurz aufkochen, Pfeffer unterrühren, in einen Becher gießen, Kokosöl dazugeben und umrühren, bis es sich aufgelöst hat. Abschließend mit Honig süßen (nicht vergessen: Das Getränk sollte dann nicht mehr wärmer als 40 Grad sein.) Möglichst heiß trinken.

Und was ist nun besser mit Blick auf die Erkältungsprävention?

Sowohl der Zaubertrank 4.0 als auch die goldene Milch sind wirksame Mittel, um einer Erkältung die Stirn zu bieten. Im Ayurveda wird die goldene Milch auch eingesetzt bei der Leberentgiftung und weiteren unterschiedlichen Krankheiten. Mit Blick auf das Erkältungsthema mache ich es mir einfach: Der persönliche Geschmack zählt. Diejenigen, die es lieber zitronig-spritzig mögen, greifen zum Zaubertrank, und diejenigen, die Chai-Fans sind, bereiten sich die goldene Milch zu!

Und hier jetzt noch einmal die beiden Knollen im optischen Vergleich: links Ingwer, rechts Kurkuma.

Ingwerknolle, frisch
Kurkumaknolle, frisch