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Von Grünkohl zu Kale. Von spießig zu hip. Vom schwer verdaulichen Gericht zu:

Grünkohlchips!

Im hohen Norden kennt so gut wie jeder dieses deftige Wintergericht: Grünkohl – wahlweise mit Schweinebacke, Kohlwurst oder Kasseler. Dazu: Bratkartoffeln, salzig oder süß. Das Pflasterstein-Feeling danach ist legendär. Deshalb gehört hast unweigerlich Aquavit als „Dessert“ zum Essen. Aber auch der Alkohol ändert nichts an der Tatsache, dass dieses Gericht eine Kalorienbombe zum Quadrat ist. Damit war klar: Grünkohl kommt nicht durch die Gesichtskontrolle der junge, leichten und gesunden Küche…. zumindest nicht in altem Outfit.

In den vergangenen Jahren begann dieses Kohlgemüse sich doch in die gesunde Küche zu schleichen, quasi durchs Hintertürchen. Man entdeckte den Grünkohl als wunderbare Basis für grüne Smoothies. Super lecker, super gesund!

Schließlich hat wer wohl versehentlich Grünkohlblätter in den Backofen gelegt – und gedörrt. Dabei ist etwas sehr geniales herausgekommen! Grünkohlchips!

Genial, gesund, leicht, einfach!

Zutaten:

  • frischer (nicht gefrorener!) Grünkohl
  • Meersalz
  • Pflanzenöl (ich habe Rapsöl verwendet)

Den Grünkohl waschen, gut trocknen. Eine Salatschleuder ist sehr hilfreich. Den Kohl kleinrupfen (ca. Chips-Größe), Strünke entfernen. Die Stückchen flach auf ein Backblech legen, mit Öl beträufeln, mit Salz bestreuen. Bitte gut dosiert das Salz verwenden und unbedingt darauf achten, dass die Grünkohlstückchen nicht übereinander liegen. Einige schwören übrigens darauf, die Öl-Salz-Mischung in den Kohl mit den Händen einzumassieren, um noch intensiver auf den Blättern zu verteilen. Ich finde: Kann man, muss man aber nicht machen.

Das Ganze bei 130 Grad ca. 15 Minuten – je nach Leistung des Backofens – in den Ofen, die Ofentür mit einem Holzkochlöffel einen Spalt offen halten. Während des Dörrvorgangs verlieren die Blätter Wasser, sodass sie schrumpfen. Wenn es anfängt im Ofen zu rascheln, sind die Chips fertig.

Der gesunde Snack ist warm und auch kalt total lecker.

Ich gebe zu, man sieht nur wenig Unterschied zwischen dem Vorher und dem Nachher-Foto und die Chips gewinnen sicherlich auch keinen Beauty-Contest. Aber wie sagte schon „der kleine Prinz“: Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.  Hier: Der Geschmack in Kombination mit dem Mouthfeeling/Mundgefühl ist unschlagbar.