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Wie bitte?! FODMAP?!

Nein, FODMAP ist kein weiteres Produkt der Lebensmittelindustrie. Es ist vielmehr ein (englisches) Akronym für eine sehr bunte Gruppe von Nahrungsbestandteilen, die erheblich Ärger bereiten können.

Diese Nahrungsbestandteile haben eines gemeinsam: Sie sind fermentierbar bzw. vergärtbar. Vergärung geschieht hierbei mit Hilfe von Bakterien, die das dafür notwendige Enzym produzieren. Kein Schritt in diesem Prozess ist gefährlich oder giftig, alle Bestandteile des Prozesses sind natürlich. Und doch können sie Beschwerden erzeugen (Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Sodbrennen, Müdigkeit). Die Beobachtungen stammen aus dem Jahr 2005, das Konzept dahinter ist also noch recht neu: Ärzte haben entdeckt, dass Patienten, die unter entzündlichen Darmerkrankungen leiden, oftmals sehr viele FODMAPs konsumierten. So entstand die These, dass besagte Nahrungsbestandteile zu den Beschwerden beitragen bzw. die Beschwerden überhaupt erst auslösen.

Um welche Nahrungsbestandteile geht es im Einzelnen?

FODMAPs sind kurzkettige Kohlenhydrate und Zuckeralkohole: Polyole, Monosaccharide, Disaccharide und Oligosaccharide. Drei Dinge haben alle FODMAPs gemeinsam:

  1. FODMAPs werden nicht vom Dünndarm aufgenommen, sondern weiter in den Dickdarm transportiert.
  2. Sie können viel Wasser binden, was dazu führt, dass sich viel Flüssigkeit im Darm ansammelt. Dies wiederum führt zu einer höheren Durchlaufgeschwindigkeit im Darm, wodurch sich z.B. Symptome wie häufiger Stuhlgang, erhöhtes Stuhlvolumen und/oder sehr weicher Stuhlgang (oder sogar Durchfall) zeigen.
  3. Es erfolgt eine recht zügige Vergärung durch Bakterien im Dickdarm. Durch die Vergärung entstehen Gase, die für Schmerzen, einen Blähbauch und/oder Flatulenzen verantwortlich sein können.

Bisher wurde festgestellt, dass eine FODMAP-Reduktion bei den folgenden Problemen Linderung verschaffen kann:

  • grundsätzliche Intoleranz gegenüber den FODMAPs
  • Weizen-, Laktose-, Fruktoseunverträglichkeit
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa)
  • nach einer Dickdarmentfernung
  • bei unspezifischen Symptomen wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall

Insbesondere in den Fällen, in denen bereits eine für die Symptome passende Diät getestet wurde (fruktose- oder laktosefrei Diät) bzw. Medikamente eingenommen werden (Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa) und dennoch Beschwerden auftreten, ist eine FODMAP-Diät ein sehr sinnvoller Versuch – insbesondere weil Sie sich dennoch sehr ausgewogen und gesund ernähren können. Einen Versuch ist es also wert!

FODMAP-reiche bzw. -arme Lebensmittel

Im Folgenden stelle ich Ihnen eine Liste zur Verfügung zum kostenfreien Download. Darin finden Sie diejenigen Lebensmittel, die viele FODMAPs (und damit tendenziell Symptome hervorrufen können) und die wenige FODMAPs enthalten (und damit für eine entsprechende Diät sehr geeignet sind).

FODMAP-Lebensmitteltabelle