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Regeln können sich verändern! Das gilt auch für Ernährungsregeln.

 

In diesem Fall muss ich sagen: Na endlich. Worum geht es? Die berühmt-berüchtigten Ernährungsregeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Viel zu lange trugen viel zu viele Fachleute diese Regeln ehrfürchtig wie eine Monstranz vor sich her. Jetzt ist endlich, endlich eine Aktualisierung herausgegeben worden.

Was beinhalten die Empfehlungen (die jetzt klar als Empfehlungen deklariert sind und nicht – mehr – als Ge- oder Verbote)?

Sättigungsprodukte

Die frühere Basis der Ernährungspyramide, die über die Maßen stark kohlenhydratlastig war und aus Kartoffeln sowie Getreideprodukten (Mehl, Nudeln, Reis, Brot) bestand, verändert sich jetzt dahingehend, dass ausschließlich Vollkornprodukte empfohlen werden. Denn die Ballaststoffe tragen dazu bei, dass das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen, Dickdarmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt.

Hier ein Blick auf die Ernährungspyramide vom aid Infodienst (den es übrigens in seiner alten Form nicht mehr gibt – er ist integriert in das Bundeszentrum für Ernährung):

Obst und Gemüse

Darüber hinaus, und das ist noch viel entscheidender, gilt jetzt als Pyramiden-Basis der Verzehr von Gemüse und Obst: 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst sollen es sein. Gemüse wird der Vorrang vor Obst eingeräumt wegen des geringeren Zuckeranteils. Übrigens schafft man es über Smoothies sehr einfach, diese Mengen an „guten“ Kohlenhydraten täglich zu verzehren.

Fett

Endlich ist auch die Empfehlung gestrichen worden, ausschließlich fettarme Produkte zu verzehren. Unter uns: Die fettreduzierten Fertigprodukte sind in der Regel mit Zucker „aufgemotzt“, um dem Käufer geschmacklich etwas bieten zu können. Satt machen sie jedoch nicht in dem Umfang wie das vollfette Produkt, sondern führen eher zu einem erhöhten Konsum, sodass langfristig eine Gewichtszunahme absehbar ist. Darüber hinaus nimmt derjenige, der auf Fett verzichtet, auch nicht die notwendigen ungesättigten Fettsäuren zu sich. Der Verzehr von Nüssen (Fett!) wird empfohlen, während verarbeitete Lebensmittel mit ihren versteckten Fetten gemieden werden sollen.

Auch die gesättigten Fettsäuren kommen in den neuen Empfehlungen besser weg: Sie werden nicht mehr per se verteufelt. Das Lebensmittel wird nunmehr in seiner Gänze bewertet. Die frühere Aussage „Zu viele gesättigte Fettsäuren erhöhen die Gefahr für Fettstoffwechselstörungen.“ wurde aus den Empfehlungen gestrichen.

Fleischwaren

Das Thema „Fleisch“ bleibt kaum verändert: Nach wie vor gilt die Empfehlung max. 300 bis 600g Fleisch pro Woche zu verzehren und den Schwerpunkt auf die pflanzliche Nahrung zu verlagern. Als ungesunde Inhaltsstoffe im Fleisch und in der Wurst werden benannt: Purine, gesättigte Fettsäuren und Cholesterin.

Nährstoffverteilung, Energiedichte

Die DGE hält fest am Grundsatz der Nährstoffverteilung (max. 30% Fett, ca. 55% Kohlenhydrate, ca. 25% Eiweiß). Hier hagelt es Kritik aus den Reihen der Ernährungswissenschaftler: Viele vermissen den klaren Hinweis, Kohlenhydrate sparsam zu verzehren, und sie fordern auch, den Eiweißanteil aufzustocken, da Eiweiß lange satt hält und wichtig für den Muskelaufbau ist. Wichtig ist der DGE auch das Thema der Energiedichte eines Lebensmittels – ein Thema, das gerade auch bei der Ernährung Älterer nicht unerheblich ist. Vereinfacht gesagt bedeutet die Energiedichte, dass die Lebensmittel mit geringer Energiedichte einen hohen Wasseranteil aufweisen. Wasser macht satt, schlägt aber nicht auf der Waage zu Buche.

die neuen Ernährungsregeln (DGE)