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Zeitgemäße Ernährungsberatung

Die Hose zwickt, ein Unwohlsein macht sich breit, ständig Essen in der Kantine….. So mancher Mensch bemerkt irgendwann, dass er das eine oder andere bei seiner Ernährung optimieren kann. Doch wo beginnen? Wie sieht der richtige Weg aus? Im Internet gibt es eine Flut an Information, die Buchhandlungen sind voll mit Ratgebern, nahezu jede Illustrierte bringt Ernährungstipps. Aber ist das alles immer sinnvoll? Und vor allem: Passen die Tipps zu mir? Die meisten sind erschlagen von der Flut der Anregungen. Was tun? Ach ja, da gibt´s ja die Ernährungsberatung! Und wie toll: Meine Kasse zahlt mir anteilig die Beratungskosten! Das ist ja super!

 

Ist das wirklich so super?

 

Bereits im Jahr 2010 hat die Ernährungsberaterin Dipl. oec. troph. Ulrike Gonder in einem offenen Brief an den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen darauf hingewiesen, dass die Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE nicht nur überholt, sondern auch u.U. gesundheitsschädigende Auswirkungen haben können. Das ist umso schlimmer, wenn man bedenkt, dass die Ernährungsberatung von den Kassen nur dann anteilig erstattet wird, wenn diese nach den DGE- Vorgaben und -Richtlinien erfolgt. Die derzeitigen DGE-Richtlinien stammen nahezu unverändert aus den 1950er Jahren. Die aktuellen Forschungsergebnisse bleiben zum einen damit unberücksichtigt und zum anderen muss bedacht werden, dass der Lebensstile in den 1950er Jahren ein ganz anderer war als heute. In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts hatte Deutschland gerade einen Krieg hinter sich, die Lebensmittel waren noch recht knapp, die körperliche Aktivität in Beruf und Freizeit war hoch. Heutzutage nimmt die Aktivität immer weiter ab bei stetig steigendem Nahrungsangebot, wobei die Fertig- und Fast Food-Produkte eine immer größere Rolle spielen. Schon heute sind mehr als 50% der Menschen zu dick! Bluthochdruck, Diabetes, hohe Blutfettwerte sind die Folgen. Die DGE-Richtlinien berücksichtigen diese Entwicklungen nicht, sondern fordern weiterhin die sogenannte “Ernährungspyramide” zu beachten. Diese sehen u. a. vor, dass die Grundlage der Ernährung aus Kohlenhydraten bestehen soll. Hier handelt es sich nicht nur um Obst und Gemüse, sondern auch um Brot, Back- und Teigwaren sowie Getreideflocken. Auch Milchprodukte nehmen einen sehr hohen Stellenwert ein. Dies ist sinnvoll für einen unterernährten Menschen, aber nicht für einen, der sowieso schon unter dem metabolischen Syndrom (Bluthochdruck, Diabetes, hohe Blutfettwerte, Übergewicht) leidet. Ein übergewichtiger Mensch, der sich nach den derzeitigen Richtlinien der DGE ernährt, wird aller Voraussicht nach nicht abnehmen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die sog. Diogenes-Studie, die ergab, dass sich der berüchtigte Jo-Jo-Effekt nach einer Diät bei kohlenhydratreicher und proteinarmer Ernährung einstellte, während die Versuchspersonen, die sich kohlenhydratarm ernährten, den Effekt nicht erlebten. Und bitte beachten: “Kohlenhydratarm” bedeutet, dass reichhaltig Obst und Gemüse verzehrt wird, aber wenig Brot, Teigwaren und Getreide. Am Ende kann eine kohlenhydratreiche, stärkereiche Ernährung im schlimmsten Fall die Bauchspeicheldrüse überlasten, was schließlich zu Diabetes führen kann.

Im Frühjahr 2011 hat sich die DGE erneut zu ihren Leitlinien geäußert und diese in einem Positionspapier verteidigt. Immerhin wird ganz am Ende dieses Papiers gesagt, dass unter bestimmten Bedingungen eine Reduzierung der Zufuhr von Kohlenhydraten vertretbar sein kann. Dies bedeutet aber auch weiterhin: Wer die Ernährungsberatung aufsucht und diese von seiner Krankenkasse anteilig erstattet bekommen möchte, muss sich darauf einlassen, dass nach veralteten und möglicherweise gesundheitsschädigenden Erkenntnissen.

In meiner Ernährungsberatung arbeite ich grundsätzlich unabhängig von den Krankenkassen und individuell an Ihren Bedürfnissen und gesundheitlichen Themen ausgerichtet.