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Chili sine carne

An heißen Sommertagen machen es uns die Südländer vor: Gut gewürzte, scharfe Speisen können einen kühlenden Effekt haben. Durch die Schärfe wird das Schwitzen des Körpers gefördert, was sich kühlend auswirkt. Und deshalb gibt es heute:

Chili – bio, frisch, vegan

Die Zubereitung ist denkbar simpel, erfordert aber etwas zeit da die Bohnenkerne recht lange eingeweicht und gekocht werden müssen.

Man nehme:

  • weiße Bohnenkerne, 2 Hände voll
  • Feuerbohnenkerne, 2 Hände voll
  • reife Tomaten (erstklassig geeignet sind die sog. Ochsenherzen), 4-5 Stück je nach Größe
  • reife Paprikaschoten, 3 mittelgroße
  • Zwiebeln, 2 große
  • frischen Knoblauch, 4-5 Zehen
  • Rotwein, 1 sehr guten Schuss
  • Chili: entweder frische oder getrocknete Schoten oder aber Chilipulver, je nach gewünschter Schärfe
  • Olivenöl zum Anbraten
  • grobes Meersalz
  • Pfeffer (frisch gemahlen, schwarz)

Die Menge ergibt 2-4 Portionen (je nach Hunger).

Kurz ein paar Worte zu den Zutaten: Die Qualität der Lebensmittel ist für mich immer sehr wichtig. Ich favorisiere Bio-Qualität und dennoch sollte man mal auf das Herkunftsland schauen beim Einkaufen. Es ist nachweislich so, dass Obst und Gemüse, das biologisch angebaut wurde, hochwertiger ist, da mehr Vitamine und Chili sine CarneMineralstoffe enthalten sind. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Pflanzen bzw. Früchte sehr lange beim Wachstum reifen durften. Je weiter weg das Erntegebiet liegt, umso mehr ist der Anbauer gezwungen, seine Ernte in einem unreifen Stadium einzufahren. Das zieht unweigerlich ein Minus an Nährstoffen im Lebensmittel nach sich. Deshalb sollte möglichst die Devise gelten: Buy local.

Für die Optik habe ich für dieses Rezept 2 Arten von Bohnenkernen gewählt. Weiße Bohnenkerne, lila-schwarze Bohnenkerne – das bringt visuelle Abwechslung auf den Teller. Die Tomaten sollten möglichst fleischig und aromatisch sein. Ochsenherzen sind da genau richtig. Alternativ eignen sich andere, fleischige Tomatensorten. Bei den Paprikaschoten ist es natürlich Geschmacksache, ob man nur rote wählen möchte. Die grünen Schoten sind geschmacklich etwas ruppiger, die gelben etwas milder. Und bitte nicht dem Blödsinn Glauben schenken, dass es männliche und weibliche Paprikaschoten gibt! Dieses Gerücht kursierte zeitweise auf Facebook. Angeblich sollten die weiblichen Schoten milder und süßer im Geschmack sein, erkennbar an der geraden Anzahl von “Höckern”, wenn man von unten auf die ganze Paprikaschote guckt. Das ist Unfug. Die Zwiebeln dürfen klassisch weiß sein oder gern auch rot. Rote Zwiebeln sind geschmacklich etwas milder als die weißen Speisezwiebeln. Je jünger der Knoblauch ist, um besser! Junger Knoblauch ist ganz wunderbar scharf und “knoblauchig” im Geschmack, jedoch fällt der strenge Nachgeruch weg – was das Umfeld erfreut, das nicht in den Genuss des Chilis gekommen ist 🙂 Der Rotwein, den ich verwende, stammt stilecht aus Südamerika oder Spanien, ist kräftig und mineralisch im Geschmack. Es eignet sich zum Beispiel ein Rioja aus Spanien oder ein Malbec aus Argentinien. Last but not least: Die Chilis! Ideal sind natürlich frische Schoten oder selbstgetrocknete aus eigenem Anbau (was auch super auf dem Balkon funktioniert). Achtung bei der Verwendung in der Küche! Die Schärfe wird mit der Kochzeit immer intensiver. Man kann vielleicht noch in die frische Chilischote hineinbeißen, ohne auch nur den Hauch von Schärfe zu spüren. Aber kaum hat das Gericht eine Stunde auf dem Herd geköchelt, ist die Schärfe tränentreibend. Deshalb gilt immer: Sparsam mit den Chilis umgehen – und man sollte sich genau überlegen, wann man das Gewürz in den Topf geben will.

Zubereitung:

Die Bohnenkerne insgesamt 24 Stunden in Wasser einweichen. Hierbei darauf achten, dass genug Wasser in der Schüssel ist, da die Kerne viel Wasser ziehen. Nach 24 Stunden das alte Wasser abgießen, die Kerne in einen Kochtopf geben und mit frischem Wasser – und OHNE Salz – 2 Stunden kochen lassen. Anschließend das Wasser abgießen, die gekochten Bohnenkerne zur Seite stellen.

Zwiebeln, Knoblauch, Paprika kleinschneiden. Zwiebeln und Knoblauch mit reichlich Öl kräftig anbraten, Paprika dazugeben und ebenfalls anbraten. Die Tomaten würfeln. Mit Rotwein das Zwiebel-Knoblauch-Paprika-Gemisch ablöschen, die Tomatenwürfel dazugeben. Salzen, pfeffern – und evtl. schon jetzt die zerkleinerten Chilischoten dazugeben. Das Ganze wird solange gekocht, bis die Tomatenstücke sämig zerkocht sind und ein Großteil der Flüssigkeit weggekocht ist. Das dauert je nach der eingesetzten Tomatenart unterschiedlich lange.

Zum Chili wird klassisch Brot gereicht – und natürlich der zum Kochen verwendete Rotwein. Und was viele nicht wissen: Chili kann man auch kalt wie einen Salat genießen!